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Newsletter 03/ 2020

„Der Umgang mit dem Wasser in Zeiten des Klimawandels“

Auch wenn die Situation ab Mitte Mai in manchen Regionen entschärft wurde und der Juni „verregnet“ scheint, die ungewöhnliche Trockenheit im Winter und im Frühjahr hatte Österreich – und hier vor allem den Osten - fest im Griff.  Bis zu minus 70% Niederschlag sind zu laut der Zentralanstalt für Meteorologie zu verzeichnen. Ein Szenario, auf das man sich vorbereiten muss. „Wetterereignisse, wie diese, sind Hinweise, die wir nicht übersehen dürfen. Die Klimawandelanpassungsregionen wurden nicht zu letzt aus diesem Grund ins Leben gerufen, betont Gernot Wörther   vom Klima- und Energiefonds, der Umgang mit der Ressource Wasser ist daher immer wieder Thema in den Klimaschulen-Projekten!“.

Victoria Allmer, Managerin der Klimawandelanpassungsregion Naturpark Pöllauertal, gab uns einen Einblick in Ihre Arbeit und den Zusammenhang mit den Klimaschulen-Projekten.

Frau Allmer, als Klimawandelanpassungsregion beschäftigt man sich zwangsläufig mit dem Thema Wasser. In wie weit ist Ihre Region betroffen?

„Das Pöllauer Tal ist eines der größten und ältesten hydrometeorologisch beobachteten Gebiete Österreichs. Die Abnahme des festen Niederschlags im Winter führt zu geringerer Quellschüttung und sodann zu Wasserversorgungsproblemen. Kommunale Wassersparverordnungen sind die Folge – zu letzt zum Beispiel im April 2019 in der Gemeinde Pöllau. Solche Ereignisse bringen die Leute in der Region zum Nachdenken!“

Kann auch zu viel Wasser zum Problem in Ihrer Region werden?

„Ja, allerdings – die Gesamtmenge an Niederschlag im Jahr wird ja nicht weniger, sie kommt aber leider immer öfter als verheerender Gewitterguss herunter und nicht in Form des guten alten Landregens. Diese Menge an Wasser kann nicht so rasch versickern und fließt oberflächlich ab. Überforderte Kanalsysteme und lokale Überflutungen sind die Folge.“

Klimawandelanpassung zu vermitteln ist keine leichte Aufgabe – wie gelingt Ihnen das in Ihren Klimaschulenprojekten?
„Das stimmt – Klimawandel ist für viele immer noch ein sehr abstrakter Begriff. Mit dem Thema Wasser kann man aber die Veränderungen recht gut aufzeigen und ein Bewusstsein für die notwendigen Maßnahmen schaffen. Mit den Schüler*innen versuchen wir daher möglichst Vieles über praktische Beispiele zu vermitteln, z.B. das Problem mit viel Oberflächenwasser konnten wir im vergangenen Klimaschulen-Projekt mit Versickerungsversuchen recht anschaulich darstellen.“

Geben Sie uns einen kurzen Einblick, was Sie im nächsten Jahr mit den Schulen planen?

„Unser nächstes Projekt, mit dem Titel „WWW Wasser – woher, wofür, wohin?“ hat den Wasserkreislauf und seine Veränderung durch den Klimawandel im Fokus. 5 Volksschulen aus der Region sind im nächsten Schuljahr dabei und werden in Zusammenarbeit mit vielen Partnern durch die Welt des Wassers geführt. Vom Plantschen im Bach, über Regenwassernutzung und Hochwasserschutz durch die Feuerwehr ist alles dabei. Wichtig ist, dass die Kids begreifen, dass sie auch selbst einiges beitragen können, wenn es um die Verwendung von Wasser geht und für ihr weiters Leben das Bewusstsein mitnehmen, wie kostbar Wasser ist.“

Vielen Dank für das Gespräch!


Ökologische und psychologische Wirkungen von Bäumen in Gemeindezentren

Die Anzahl an Hitzetagen und Tropennächten nimmt im Zuge des Klimawandels stark zu, wie Beobachtungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigen. Die Beeinträchtigung der Lebens- und Wohnqualität hängt diesbezüglich sehr stark von der Umgebung ab. Im verbauten Gebiet, also in Städten, aber auch in Gemeindezentren ist die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Hitzeinseln besonders groß. Das Mittel der Wahl dagegen sind großkronige Bäume – die Gründe dafür lassen sich im Schulunterricht bestens thematisieren  , sind doch Schattenbäume in jedem Schulhof erwünscht. Neben den offensichtlichen Wirkungen, wie Kühlungsfunktion durch Verdunstung und Beschattung oder der Sauerstoffproduktion bei gleichzeitiger CO2-Bindung wird auch zunehmend die psychische bzw. psychologische Bedeutung von Stadtbäumen hervorgehoben.

Weiterführende Links:


Cli-Mates – Engaging The Young in Climate Change

Wie kann man Klimathemen verständlich & motivierend an Jugendliche kommunizieren? Welche Formate braucht junges Klima-Engagement? Mit diesen Fragen sind Lehrer*innen zunehmend beschäftigt. Das 2-jährige Forschungsprojekt AUTreach hat sich eingehend damit auseinandergesetzt. Entstanden ist unter anderem auch eine Website, auf der die Ergebnisse des Projekts zusammengefasst sind.

Unter dem Menüpunkt „DO-IT-YOURSELF” findet sich die praktische „Anleitung für eine gelungene Klimakommunikation“. Das Durchklicken lohnt sich – es gibt hilfreiche Tipps und Hinweise auf geeignete Medien- und Kommunikationsformate, und zwar je nach Auswahl der Zielgruppe, dem verfolgten Kommunikationsziel und den vorhandenen Ressourcen (inklusive Checklisten als Download!). Um auf den Geschmack zu kommen, bietet der zweite Menüpunkt „Good Practice“- Beschreibungen von umgesetzten Beispielen.


Klassenlektüre zum Thema Klimawandel?

Ja, der Klimawandel ist ein sperriges, abstraktes Thema. Wie man sich dennoch auch schon im Volksschulalter damit auseinandersetzen kann – und das auf durchaus unterhaltsame Weise – zeigen folgende Buchvorstellungen, die sich durchaus als Klassenlektüre eignen: Da hätten wir zum Beispiel das Buch „Der kleine Weltretter“ herausgegeben von Rieke Kersting im rap Verlag. Auf 232 Seiten werden zum einen Fakten zu den großen Umweltfragen – natürlich auch zum Klimawandel - vermittelt, aber auch konkrete, kindgerechte Handlungsanweisungen für die jeweiligen Umweltbereiche. Schließlich müssen auch angehende Weltretter*innen bei sich selbst beginnen! Geeignet ist dieses Buch für Kinder im Alter von 7-12 Jahren – kann also über mehrere Jahrgänge verwendet werden.



Etwas anders angelegt, ist das Buch „Gretas Geschichte – Du bist nie zu klein, um etwas zu bewirken“ von der Umwelt- und Wissenschaftsjournalistin Valentina Camerini. Wie kam es zur Bewegung „Fridays For Future“? Wie haben Politiker und Medien reagiert? Ein wunderbar einfühlsames und kindgerechtes Sachbuch, das an Gretas Beispiel mit den Themen Umweltschutz, Widerstand und Engagement vertraut macht. Ein aktuelles Sachbuch für Kinder ab 6 Jahren erschienen bei Plaza (ein Imprint der Heel Verlag GmbH).

Im nächsten Newsletter folgen Buchvorschläge für Jugendliche!

 
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